Große Wellen mit dem DLR_Science_Slam

Triebwerksakustik im Comic mit Jan erklären – damit hat Attila Wohlbrandt im vergangenen Jahr den DLR_Science_Slam gewonnen. Im Interview erzählt er, wie die Idee entstand und ob man auch bei anderen Vorträgen zeichnen sollte.
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Wie war dein Jahr seit „Leiser Fliegen mit Jan“ – halten sich Ruhm und Ehre nach dem DLR_Science_Slam-Sieg?

Das hält sich tatsächlich. Ganz viele Kollegen, die man gar nicht kennt, kommen auf einen zu: „Ich hab den Vortrag gesehen, das fand ich super!“. Ich bin ja für Berlin-Charlottenburg angetreten, aberauch Kollegen aus Berlin-Adlershof haben angerufen und sich bedankt, dass man für Berlin einsteht. Es kommen sogar Anfragen für Vorträge außerhalb des DLR – die haben dann ein Thema und möchten, dass ich das umsetze. Es schlägt wirklich große Wellen.

Wie fühlt es sich dann an, wenn man als Wissenschaftler nicht einen Vortrag zur neuesten Publikation hält, sondern seine Forschung mit Comics erklärt?

Ich bin sowieso gerne auf der Bühne. Aber es fühlt sich auf jeden Fall komplett anders an als ein wissenschaftlicher Vortrag – eigentlich fast schon besser. Es ist natürlich mehr Performance, mehr Show, die gehört bei so einem Science Slam einfach dazu. Ehrlich gesagt: Mir fällt es schon manchmal schwerer, die Inhalte auf einer Konferenz richtig rüberzubringen.

Hier geht's zum Video von Attila Wohlbrandts Final-Präsentation 2012.
Wie bist Du denn damals auf die Idee gekommen, mit einer gezeichneten Präsentation auf die Bühne zu gehen?

Ich hatte vorher einen Workshop zur Visualisierung mitgemacht. Da ging es genau darum: nämlich einen Vortrag mal ohne PowerPoint zu machen, um auf andere Ideen zu kommen und sich spontan zu präsentieren. Daraus ist ein Erklärfilm entstanden, der in meiner Abteilung zirkulierte. Dann hieß es auf einmal: Mach das doch zum Science Slam! Dazu hab ich mich dann breitschlagen lassen.

Wie viel Zeit hat dann letztendlich die Vorbereitung auf den Slam benötigt?

Attila WohlbrandtZunächst mal ging es um die Technik: die richtige Kamera, das richtige Stativ. In den Vortrag sind dann schon vier bis sechs Wochen hineingeflossen. Dafür hab ich mich dann schon einmal die Woche mit den Kollegen getroffen. Die waren auch regelmäßig mein Testpublikum. Ohne Kollegen hätte es gar nicht funktioniert. Wenn die Abteilung nicht dahintersteht und man das im stillen Kämmerlein macht, geht das nicht. Man will ja die Sachen möglichst oft üben. Was kommt an, was versteht man noch? Viele Ideen sind auch von meinen Kollegen gekommen.

Und? Schon mal auf einer Konferenz ausprobiert?

Ich hab das tatsächlich gemacht, dass ich für eine Konferenz Bilder selbst gezeichnet habe. Das Problem ist natürlich, dass es viel komplexere Inhalte sind. Aber ich probier’s! Auch bei Gruppenmeetings zeichne ich aus der Hand und spontan. Es hilft mir, die Sachen
besser zu transportieren. Es ist also auch irgendwie in den Alltag übergegangen. Meine Kommunikationsfähigkeit hat sich immens verbessert, das Selbstbewusstsein steigt auch, wenn man auf der Bühne steht und es gut klappt.

Das Interview führte Manuela Braun (VO-PR) für die echtzeit.

Hier geht’s zum Video von Attila Wohlbrandts Final-Präsentation 2012.

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